Wenn der „Lokmann“ nicht nur zweimal zwitschert

Ostermontag im ICE auf dem Weg nach Dortmund. Ein Vogel prallt gegen den Stromabnehmer, der Zug stoppt und steckt fest. Normalerweise folgt dann eine Information über den Bordlautsprecher „sehr geehrte Reisende, wegen eines technischen Defekts….“, usw.
Der Lokführer griff allerdings noch zu einem anderen Kommunikationsmittel, er zwitscherte twitterte. Bereits kurz nach dem Stopp folgte die erste Meldung: „Ein Knall, ein Lichtbogen und schon steht der ICE 528″. Dann folgten regelmäßig weitere Wasserstandsmeldungen, und das rund 4 Stunden lang, bis der Zug wieder seine Fahrt fortsetzen konnte. Er vergaß dabei auch nicht, über die jeweilig aktuellen Bemühungen der schnell hinzugekommenen Bahntechniker zu informieren „Die wollen die Leute evakuieren, ohne zu wissen, was da oben mit der Oberleitung los ist. Oh Mann, lass Hirn regnen“.
Und so war die halbe Welt mittenmang dabei und wurde auf dem Laufenden gehalten.
Ob das mit dem „Hirn regnen“ eine sehr freundliche Bemerkung war oder vielleicht auch eine abfällige, darüber machen sich die Personalverantwortlichen der Bahn wohl noch Gedanken.
Für eine arbeitsrechtliche Abmahnung wird es wohl nicht reichen. Denn mit dieser Bemerkung wurde Niemand persönlich oder konkret gemeint -wie beispielsweise bei ganz anderen Bemerkungen in den socialen Medien über Arbeitskollegen.
Und außerdem, vielleicht hatte der Mann wegen des ungeplant langen Aufenthalts auch  Hunger und dachte an spezielle geschnetzelte Speisen?
So würde ich jedenfalls argumentieren.

Mit einer weiteren Meldung „sauber die Oberleitung runtergeholt und den Stromabnehmer gekillt“ wusste man dann, es geht voran.

Außerdem: Ein neuer Zug der Bahn? Die könnte das doch in ihr Informationskonzept einbauen: „Für weitere aktuelle Mitteilungen: Please follow us on Twitter“.

Amüsant war es in jedem Fall für die Twitter-Gemeinde und mancher Reisende im Zug war sicher immer aktuellst informiert.

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