Fahrradunfall & Nutzungsausfall

Was bisher Radfahrern möglicherweise nicht bekannt ist, sie aber im Falle eines unverschuldet erlittenen Verkehrsunfalls wissen und berücksichtigen sollten:

Ein Radfahrer, der auf dem Weg zur Arbeit in einen Verkehrsunfall in verwickelt wurde, behandelte den dabei erlittenen Schadens an seinem Rad wie einen ganz normalen Kfz-Unfall und vertrat die Ansicht, dass ihm die gleichen Rechte wie bei einem Autounfall zustünden. In einem solchen Fall kann der Autofahrer für die Zeit der Reparaturdauer Nutzungsausfall verlangen, sofern er sich keinen Mietwagen genommen hat.

Der geschädigte Radfahrer ließ ein Gutachten erstellen, aus dem sich die üblichen Werte wie bei einem normalen Kfz-Unfall ergaben, u.a. der des Nutzungsausfalls. Die Besonderheit ergab sich in diesem Falle, dass der Geschädigte Nutzungsausfall für die Zeit vom 35 Tagen geltend machte. Diese ergab sich daraus, dass ein Sportrad erst soweit umgerüstet werden musste, dass es für die Fahrt zur Arbeit genutzt werden konnte.

Das LG Lübeck kam zu dem Ergebnis, dass auch der Verlust der Nutzungsmöglichkeit eines Fahrrads als ersatzfähiger Vermögensschaden anzusehen ist, wenn Fahrräder regelmäßig für den Weg zur Arbeit genutzt werden.

Fazit: Wenn Radfahrer unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt werden, sollten sie bei der Geltendmachung ihrer Schäden auch an die Position „Nutzungsausfallschaden“ denken.

LG Lübeck, Urt. v. 08.07.2011 -AZ: 1 S 16/11

 

 

 

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