Schleckerinsolvenz & Kündigungen

Derzeit wird die Meldung veröffentlicht, dass die bisherigen Verhandlungen des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz mit den Bundesländern über die Bildung einer Transfergesellschaft gescheitert sind und den Beschäftigten noch in diesem Monat die Kündigungen ausgesprochen werden, es handelt sich hierbei um mehr als 10.000 Beschäftigte.

Sinn und Zweck einer Transfergesellschaft wäre, dass bei einer Eingliederung die Mitarbeiter bei ihrer Suche nach einer neuen Beschäftigung unterstützt und weitergebildet werden und sie für die Dauer von sechs Monaten einen Großteil -80% des bisherigen Nettoentgeldbetrages- ihrer bisherigen Entlohnung erhalten.

Derzeit werden den Mitarbeitern Aufhebungsverträge mit Wirkung zum Ende März 2012 anngeboten mit einer Klausel, dass auf die Erhebung einer Kündigungsschutzklage verzichtet wird, unabhängig davon, ob noch eine Transfergesellschaft errichtet wird oder nicht.

Jede(e)r Betroffene sollte sich ernsthaft überlegen, welche Schritte er in Erwägung ziehen will. Mit einer wirksamen Kündigung hat der Insolvenz Walter eine Frist von drei Monaten einzuhalten, in der das volle Bruttomonatsgehalt zu zahlen ist, zuzüglich etwaiger Zulagen.

Im Falle einer Klageerhebung (Frist: Einreichung bei dem zuständigen Arbeitsgericht drei Wochen ab dem Datum der Zustellung der Kündigung) stellt sich dann die individuelle Frage, welche Erfolgsaussichten mit Blick auf die vorliegenden Kündigungslisten, Sozialpläne, etc. bestehen.

Fraglich ist z.B., ob eine richtige Sozialauswahl getroffen und nach welchen Kriterien diese durchgeführt wurde, ob mit einer Namensliste gearbeitet wurde, etc. Möglicherweise wurden die Sozialpläne in der Kürze und dem Zeitdruck nicht formal richtig erstellt.

Zumal nicht alle Filialen geschlossen werden und zu fragen ist, ob eine eventuelle Übernahme möglich ist.

Inzwischen wurde am 28.03.2012 bei dem Amtsgericht Ulm das Insolvenzverfahren eröffnet. Es erstreckt sich auf Anton Schlecker e.K., Schlecker XL GmbH und die Tochter IhrPlatz.

Inzwischen wird auch in den Medien das Thema einer Sammelklage diskutiert, nachdem  vermutlich Tausende von gekündigten Schlecker-Mitarbeiterinnen die Wirksamkeit ihrer Kündigung vor dem Arbeitsgericht überprüfen lassen wollen. Die gibt es allerdings nicht. Das bedeutet, dass sich jede gekündigte Mitarbeiterin selbst um ihr eigenes Schicksal kümmern muß.

 

 

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