Rechtsschutzversicherer und ihre „eigenen Anwälte“

Anruf heute früh von einer neuen Mandantin:

Sie möchte den Besprechungstermin heute Nachmittag absagen -das ist schon mal sehr nett, denn manchmal erscheint Niemand und das finde ich wieder nicht nett.

Begründung: Auf meine Bitte hin hat sie sich an ihre RSV gewandt, um die Deckungszusage einzuholen, sprich: Dass diese die Kosten übernimmt und ihr gleich die Schadensnummer mitteilt.

Reaktion der RSV: Sie möge sich doch an die Rechtsanwälte xx wenden. Die wären auf diesem Rechtsgebiet sehr beschlagen und außerdem würde damit ihre Selbstbeteiligung von ursprünglich 300 € auf 150 € abgesenkt werden.

Ich habe sie darüber informiert, dass sie -trotz deutlichen Hinweises auf andere Kollegen in der gleichen Stadt nach wie vor das Recht auf freie Anwaltwahl hat. Aber dieser dezente Hinweis auf die Herabsetzung ihrer Selbstbeteiligung zieht natürlich.

Ein weiteres schönes Beispiel für die allseits geübte Praxis der Rechtsschutzversicherer, mit bestimmten Anwälten Kooperationen einzugehen. Denn der Kollege wird wohl gegenüber der RSV nicht seine volle Gebühr abrechnen, sondern eine ebenfalls abgesenkte?

Nun wüsste sie nicht, wie sie sich verhalten soll. Ich habe sie nicht angefleht, dennoch zu mir zu kommen. Ich habe sie aber darüber aufgeklärt, wie es denn inzwischen so läuft bei den RSV. Und die Absenkung ihrer Selbstbeteiligung zieht natürlich sowieso.

Sie will mir dann mal berichten, wie das alles gelaufen ist, hat sie versprochen.

Fänd ich nett, wir haben uns gut unterhalten.

Und Konsequenz für mich: Mandanten kommen lassen, Vollmacht erstellen, Deckungsschutzanfrage selbst erledigen. Auch wenn das zunächst zusätzliche Arbeit bedeutet.

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