Arbeitgeber muß Daten ausgeschiedener Mitarbeiter auf Homepage löschen

Eine Anwältin war auf die Dauer von drei Monaten in einer
Steuerberater- und Anwaltskanzlei beschäftigt. Während dieser Zeit wurde sie mit
ihrer Zustimmung auf der Homepage und dem News-Blog mit ihrem Profil und Foto
vorgestellt. Nach ihrem Ausscheiden verlangte sie von dem ehemaligen
Arbeitgeber die Löschung aller Daten. Dieser löschte sie jedoch nur auf der
Website, nicht aber aus dem News-Blog.

Hiergegen ging die Anwältin vor und verlangte mit einer
einstweiligen Verfügung, dass auch diese Daten gelöscht werden.

Das LAG Hessen vertrat in zweiter Instanz die Ansicht, dass
sämtliche Dateien und persönlichen Daten von allen Seiten der Homepage gelöscht
werden müssen, da ansonsten das Persönlichkeitsrecht der ausgeschiedenen
Mitarbeiterin verletzt sei und sie in ihrer weiteren beruflichen Entwicklung
behindert werde. Die Homepage-Betreiber würden immer noch den Eindruck
erwecken, dass die Mitarbeiterin bei ihr beschäftigt sei, obwohl sie
zwischenzeitlich bei einem anderen Unternehmen arbeitete und dort die
Rechtsabteilung leitete.

Dem Arbeitgeber wurde durch das Gericht für jeden Fall der
Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld i.H.v. 50.000 € angedroht.

Fazit: Wenn Sie einer Veröffentlichung Ihrer Daten und eines
Fotos auf der Homepage Ihres Arbeitgebers zugestimmt haben, achten Sie beim Ausscheiden darauf, dass sämtliche Daten gelöscht werden und verlangen
Sie es.

Macht der Arbeitgeber das nicht, können Sie gerichtliche Hilfe in
Anspruch nehmen.

Arbeitsgericht Frankfurt a.M. 05.10.2011 (Az.: 13 Ga 160/11)

Hessisches Landesarbeitsgericht vom 24.01.2012 (Az.: 19 SaGa
1480/11)

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