Reform der Konto-Pfändung tritt am 1. Juli in Kraft

Das neue P-Konto kommt.

Ein Gi­ro­kon­to ist heut­zu­ta­ge für viele Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die Vor­aus­set­zung für die Teil­nah­me und Teil­ha­be am mo­der­nen Wirt­schafts­le­ben. Ein Gi­ro­kon­to für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ist nun mög­lich ge­wor­den, denn Kon­to­lo­sig­keit und damit der Aus­schluss vom bar­geld­lo­sen Zah­lungs­ver­kehr sind nicht nur fi­nan­zi­ell nach­tei­lig, son­dern be­schrän­ken die Be­trof­fe­nen in ihrer wirt­schaft­li­chen Hand­lungs­frei­heit oder be­dro­hen gar ihre Exis­tenz.

Die Bun­des­re­gie­rung hat den Weg der Selbst­ver­pflich­tung der Kre­dit­in­sti­tu­te mit einer Re­form des Kon­top­fän­dungs­schut­zes (Eck­punk­te der Re­form) frei ge­macht, damit alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger am bar­geld­lo­sen Zah­lungs­ver­kehr teil­neh­men kön­nen.

Der Ge­setz­ent­wurf wurde am 5. Sep­tem­ber 2007 vom Bun­des­ka­bi­nett be­schlos­sen und am 9. No­vem­ber 2007 hat der Bun­des­rat seine Stel­lung­nah­me ab­ge­ge­ben. Der Deut­sche Bun­des­tag hat am 24. Ja­nu­ar 2008 den Ge­setz­ent­wurf in ers­ter Le­sung be­han­delt und zur wei­te­ren Be­ra­tung an die zu­stän­di­gen Aus­schüs­se ver­wie­sen. Der Ge­setz­ent­wurf will ef­fek­ti­ven Schutz bei Kon­top­fän­dun­gen schaf­fen. Unter Wah­rung der In­ter­es­sen der Gläu­bi­ger ver­blei­ben einem Schuld­ner ohne auf­wän­di­ges und bü­ro­kra­ti­sches Ver­fah­ren so die Geld­mit­tel, die er zur Be­strei­tung des exis­ten­ti­el­len Le­bens­be­darfs be­nö­tigt. Der Deut­sche Bun­des­tag hat am 23. April 2009 den Ge­setz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung zur Re­form des Kon­top­fän­dungs­schut­zes be­schlos­sen. Der Bun­des­rat hat dem Ge­setz­ent­wurf in sei­ner Sit­zung am 15. Mai 2009 zu­ge­stimmt.

Damit die Kre­dit­wirt­schaft aus­rei­chend Zeit zur Um­stel­lung hat, ist ein Zeit­raum von 12 Mo­na­ten zwi­schen Ver­kün­dung (Ver­öf­fent­li­chung im Bun­des­ge­setz­blatt: 10. Juli 2009) und In­kraft­tre­ten vor­ge­se­hen. Das Ge­setz tritt am 1. Juli 2010 in Kraft.

Gel­ten­des Recht
Nach gel­ten­dem Recht führt die Pfän­dung eines Bank­kon­tos dazu, dass es voll­stän­dig blo­ckiert ist. Die an­fal­len­den Zah­lungs­ge­schäf­te des täg­li­chen Le­bens, wie Be­glei­chung von Miete, En­er­gie­kos­ten, Ver­si­che­run­gen etc. kön­nen erst wie­der über das Konto ab­ge­wi­ckelt wer­den, wenn der Schuld­ner eine Ge­richts­ent­schei­dung über die Frei­ga­be in Höhe des für ihn gel­ten­den Frei­be­tra­ges er­wirkt. (Gra­fik: gel­ten­des Recht – künf­ti­ges Recht)

Künf­ti­ges Recht
Der Ge­setz­ent­wurf sieht eine Über­ar­bei­tung der für den Kon­top­fän­dungs­schutz re­le­van­ten Vor­schrif­ten der Zi­vil­pro­zess­ord­nung, des Ers­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch sowie des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes vor. Der Ge­setz­ent­wurf will ef­fek­ti­ven Schutz bei Kon­top­fän­dun­gen für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger schaf­fen. Unter Wah­rung der In­ter­es­sen der Gläu­bi­ger ver­blei­ben einem Schuld­ner ohne auf­wän­di­ges und bü­ro­kra­ti­sches Ver­fah­ren die Geld­mit­tel, die er zur Be­strei­tung des exis­ten­ti­el­len Le­bens­be­darfs be­nö­tigt. Kün­di­gun­gen von Gi­ro­kon­ten wegen des Zu­griffs von Gläu­bi­gern wer­den in Zu­kunft nur noch in Aus­nah­me­fäl­len vor­kom­men. (Gra­fik: gel­ten­des Recht – künf­ti­ges Recht)

Quelle: Pressemitteilungen des Bundesministeriums der Justiz
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