Min­dest­lohn in der Grund­pfle­ge

Emp­feh­lung der Pfle­ge­kom­mis­si­on zum Er­lass eines Min­dest­lohns in der Pfle­ge­bran­che.

Nach­dem der Ge­setz­ge­ber die Auf­nah­me der Pfle­ge­bran­che in das Ar­beit­neh­mer­ent­sen­de­ge­setz zum 24. April 2009 be­schlos­sen hatte und damit den Weg für einen recht­lich ver­bind­li­chen Min­dest­lohn ge­eb­net hatte, hat sich am 25.03.2010 die vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les ein­ge­rich­te­te Pfle­ge­kom­mis­si­on auf eine Emp­feh­lung zum Er­lass eines Min­dest­lohns in der Pfle­ge­bran­che ge­ei­nigt. Die Ei­ni­gung sieht einen Min­dest­lohn in Höhe von 8,50 € im Wes­ten und 7,50 € im Osten ab In­kraft­tre­ten vor. Ab 2012 sol­len die Min­dest­löh­ne dann schritt­wei­se an­stei­gen.

Min­dest­lohn in der Grund­pfle­ge
  West
(ein­schließ­lich Ber­lin)
Ost
  Höhe Stei­ge­rung Höhe Stei­ge­rung
ab In­kraft­tre­ten (frü­hes­tens 1. Juli 2010) 8,50 €   7,50 €  
ab 1. Ja­nu­ar 2012 8,75 € 2,9% 7,75 € 3,3%
Ab 1. Juli 2013 9,00 € 2,9% 8,00 € 3,3%

Der Pfle­ge­min­dest­lohn soll nach dem Wil­len der Kom­mis­si­on gel­ten für Be­trie­be oder selbst­stän­di­ge Be­triebs­tei­le, die über­wie­gend – zu mehr als 50% der Ar­beits­zeit – am­bu­lan­te, teil­sta­tio­nä­re oder sta­tio­nä­re Pfle­ge­leis­tun­gen er­brin­gen. Der Pfle­ge­min­dest­lohn soll gül­tig sein für Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer, die über­wie­gend Grund­pfle­ge­leis­tun­gen nach SGB XI er­brin­gen. Die vom Pfle­ge­min­dest­lohn um­fass­te Grund­pfle­ge nach dem SGB XI um­fasst:

  • im Be­reich der Kör­per­pfle­ge: das Wa­schen, das Du­schen, das Baden, die Zahn­pfle­ge, das Käm­men, das Ra­sie­ren, die Darm-​oder Bla­sen­ent­lee­rung
  • im Be­reich der Er­näh­rung: das mund­ge­rech­te Zu­be­rei­ten der Nah­rung und die Auf­nah­me der Nah­rung
  • im Be­reich der Mo­bi­li­tät: das Auf­ste­hen und Zu-​Bett-​Ge­hen, das An-​und Aus­klei­den, das Gehen, das Ste­hen, das Trep­pen­stei­gen und das Ver­las­sen und Wie­der­auf­su­chen der Woh­nung.

Nicht von dem Min­dest­lohn um­fasst sein wer­den je­doch

  • Aus­zu­bil­den­de und Prak­ti­kan­ten,
  • Haus­wirt­schafts­kräf­te und
  • De­menz­be­treu­er.

In der Pfle­ge­bran­che ar­bei­ten rund 810.​000 Men­schen, davon etwa 560.​000 in der Grund­pfle­ge nach SGB XI.

Der jet­zi­ge Be­schluss der Pfle­ge­kom­mis­si­on ist for­mell zu­nächst nur eine Emp­feh­lung. Die recht­li­che Um­set­zung des von der Pfle­ge­kom­mis­si­on emp­foh­le­nen Min­dest­lohns ob­liegt nun der Bun­des­re­gie­rung.

Quelle: rechtslupe.de; Mitteilung vom 26.03.2010

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