Ver­si­che­run­gen in der Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung

Der Ver­mie­ter darf in der jähr­li­chen Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung – ähn­lich wie bei den Po­si­tio­nen für Was­ser und Ab­was­ser – die Kos­ten der Sach­ver­si­che­rung und der Haft­pflicht­ver­si­che­rung in einer Summe unter der Kos­ten­po­si­ti­on “Ver­si­che­rung” ab­rech­nen. Nach einem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ge­richts­hofs ge­nügt es, nach den Be­triebs­kos­ten­ar­ten zu dif­fe­ren­zie­ren, die je­weils unter einer Zif­fer im Ka­ta­log der An­la­ge 3 zu § 27 II. BV oder in § 2 Be­trKV zu­sam­men­ge­fasst sind.

Maß­geb­lich für die for­mel­le Wirk­sam­keit einer Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung ist die Nach­voll­zieh­bar­keit und Prüf­fä­hig­keit für den Mie­ter. Not­wen­dig, aber auch aus­rei­chend ist es, dass der Mie­ter die ihm an­ge­las­te­ten Kos­ten be­reits aus der Ab­rech­nung klar er­se­hen und über­prü­fen kann, so dass die Ein­sicht­nah­me in dafür vor­lie­gen­de Be­le­ge nur noch zur Kon­trol­le und zur Be­he­bung von Zwei­feln er­for­der­lich ist; die Pflich­ten zur Spe­zi­fi­zie­rung der Kos­ten dür­fen nicht über­spannt wer­den[1].

Die Nach­voll­zieh­bar­keit der Ab­rech­nung für den Mie­ter ist auch dann ge­währ­leis­tet, wenn der Ver­mie­ter eng zu­sam­men­hän­gen­de Kos­ten – wie hier die Kos­ten für Sach- und Haft­pflicht­pflicht­ver­si­che­rung – in einer Summe zu­sam­men­fasst, ohne die auf die je­wei­li­ge Ver­si­che­rungs­art ent­fal­len­den Ein­zel­be­trä­ge an­zu­ge­ben[2]. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­ons­er­wi­de­rung ist es auch un­schäd­lich, dass der Klä­ger diese Kos­ten­po­si­ti­on nur all­ge­mein als “Ver­si­che­rung” be­zeich­net und nicht aus­drück­lich die in Nr. 13 der An­la­ge 3 zu § 27 II. BV und § 2 Nr. 13 Be­trKV ge­nann­te Be­zeich­nung “Kos­ten der Sach- und Haft­pflicht­ver­si­che­rung” ver­wen­det hat. Eine Kon­trol­le der Kos­ten­po­si­ti­on “Ver­si­che­rung” dar­auf­hin, ob für das Miet­ob­jekt Kos­ten der Sach- und Haft­pflicht-ver­si­che­rung in die­ser Höhe tat­säch­lich an­ge­fal­len sind und wie sie sich auf die bei­den Ver­si­che­rungs­ar­ten ver­tei­len, braucht die Ab­rech­nung nicht zu er­mög­li­chen; hier­für steht dem Mie­ter die Mög­lich­keit der Be­le­gein­sicht zur Ver­fü­gung.

Bun­des­ge­richts­hof, Ur­teil vom 16. Sep­tem­ber 2009 – VIII ZR 346/08

Quelle: rechtslupe.de; Mitteilung vom 16.10.2009

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