Die spä­ter be­reu­te Ei­gen­kün­di­gung

Spricht ein Ar­beit­neh­mer eine schrift­li­che au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gung aus, so kann er sich, wie das Bun­des­ar­beits­ge­richt am 13.03.2009 ent­schie­den hat, spä­ter re­gel­mä­ßig nicht auf die Un­wirk­sam­keit der Kün­di­gung be­ru­fen.

In dem vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall hatte der Klä­ger im Au­gust 2003 frist­los ge­kün­digt, weil der Ar­beit­ge­ber mit Ge­halts­zah­lun­gen im Ver­zug war. Ei­ni­ge Mo­na­te spä­ter ver­lang­te der Klä­ger von der jet­zi­gen Be­klag­ten Zah­lung der aus­ste­hen­den Ge­häl­ter mit der Be­grün­dung, die Be­klag­te sei Rechts­nach­fol­ge­rin sei­nes Ar­beit­ge­bers, weil sie des­sen Be­trieb im Sep­tem­ber 2003 über­nom­men habe (Be­triebs­über­gang, § 613a BGB). Seine zuvor aus­ge­spro­che­ne frist­lo­se Kün­di­gung sei un­wirk­sam ge­we­sen, weil kein wich­ti­ger Grund vor­ge­le­gen habe. Die Be­klag­te hat den Be­triebs­über­gang be­strit­ten und ein­ge­wandt, das Ar­beits­ver­hält­nis habe schon vor dem be­haup­te­ten Be­triebs­über­gang durch die frist­lo­se Kün­di­gung sein Ende ge­fun­den.

Die Klage blieb – wie schon in den Vor­in­stan­zen – auch vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt er­folg­los. Zwar be­darf auch die frist­lo­se Kün­di­gung des Ar­beit­neh­mers nach § 626 Abs. 1 BGB eines wich­ti­gen Grun­des. Ein sol­cher wich­ti­ger Grund kann z.B. dann vor­lie­gen, wenn der Ar­beit­ge­ber mit Ge­halts­zah­lun­gen in Rück­stand ist und der Ar­beit­neh­mer den Ar­beit­ge­ber des­halb ab­ge­mahnt hat. Fehlt es an einem wich­ti­gen Grund, ist die den­noch aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gung un­wirk­sam. Der Ar­beit­ge­ber kann die Un­wirk­sam­keit der Kün­di­gung auch ge­richt­lich gel­tend ma­chen. Nimmt er die Kün­di­gung je­doch hin, so kann sich der Ar­beit­neh­mer, der zuvor selbst schrift­lich ge­kün­digt hat, re­gel­mä­ßig nicht auf die Un­wirk­sam­keit der Kün­di­gung be­ru­fen. An­dern­falls ver­stößt er gegen das Ver­bot wi­der­sprüch­li­chen Ver­hal­tens.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 12. März 2009 – 2 AZR 894/07

Quelle: rechtslupe.de; Mitteilung vom 13. März 2009

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