Un­ter­halt, Ge­halt und Pfän­dungs­frei­be­trag

Im Rah­men einer Zwangs­voll­stre­ckung wegen Un­ter­halts wer­den bei der Er­mitt­lung des pfänd­ba­ren Teils des Ar­beits­ein­kom­mens nach einer ak­tu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs die Kos­ten für Un­ter­kunft und Hei­zung nach dem kon­kre­ten Be­darf be­rück­sich­tigt, so­weit sie nicht den nach den Um­stän­den des Ein­zel­falls und den ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten an­ge­mes­se­nen Um­fang über­stei­gen. Bei der ge­bo­te­nen Prü­fung ist vor­ran­gig das orts­üb­li­che Miet­preis­ni­veau, wie es sich aus einem qua­li­fi­zier­ten Miet­spie­gel (§ 558 d BGB), einem Miet­spie­gel (§ 558 c BGB) oder un­mit­tel­bar aus einer Miet­da­ten­bank (§ 558 e BGB) ab­lei­ten lässt, her­an­zu­zie­hen[1].

Auf die Miethöchst­gren­zen aus der Ta­bel­le zu § 8 WoGG a.F. kann als Maß­stab der An­ge­mes­sen­heit der Kos­ten für die Un­ter­kunft erst dann zu­rück­ge­grif­fen wer­den, wenn ein kon­kret-​in­di­vi­du­el­ler Maß­stab durch lo­ka­le Er­kennt­nis­mög­lich­kei­ten nicht ge­bil­det wer­den kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Be­schluss vom 23. Juli 2009 – VII ZB 103/08

 Quelle: rechtslupe.de; Mitteilung vom18.08.2009

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