Mehr Rente für geringfügig Beschäftigte

Ungefähr jedes fünfte Arbeitsverhältnis in Deutschland ist eine geringfügige Beschäftigung – immer mehr Erwerbstätige arbeiten in so genannten Mini- oder Midijobs. Zwar können sie auf freiwilliger Basis Ansprüche auf die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben, aber die zu erwartende Rente sichert selbst nach langjähriger Tätigkeit nicht den Lebensunterhalt. Ein neues Vorsorgekonzept, das ganz auf die Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten von geringfügig Beschäftigten zugeschnitten ist, ermöglicht jetzt auch Mini- und Midijobbern Vorkehrungen für den Ruhestand zu treffen. Fachleute der zur ERGO Versicherungsgruppe gehörenden Victoria Lebensversicherung erläutern, wie das Ganze funktioniert und worauf zu achten ist..
 
Mittlerweile üben rund 18 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland eine geringfügige Beschäftigung aus, etliche von ihnen sogar mehrere gleichzeitig. Zum überwiegenden Teil arbeiten sie im Einzelhandel, aber auch in Gastronomie, Garten- und Landschaftsbau oder im Gesundheitsbereich. Als Minijobs gelten alle Tätigkeiten, die einen Verdienst von maximal 400 Euro im Monat nicht überschreiten und die daher in der Regel nicht abgabenpflichtig sind. Lediglich der Arbeitgeber zahlt eine Pauschalabgabe von 30 Prozent: Bei einer gewerblichen Beschäftigung entfallen davon 15 Prozent auf die Rentenversicherung, 13 Prozent auf die Krankenversicherung und zwei Prozent auf die Lohnsteuer. Bei Tätigkeiten in privaten Haushalten fallen nur jeweils fünf Prozent für Renten- und Krankenversicherung und zwei Prozent für die Lohnsteuer an. Für die Arbeitnehmer bringt die Abgabenbefreiung jedoch nicht nur Vorteile: Sie haben kein Anrecht auf Rehabilitationsmaßnahmen der Gesetzlichen Rentenversicherung und erwerben auch nicht die erforderlichen Anwartschaftszeiten für den Bezug einer Erwerbsunfähigkeits- oder Frührente.

Bei Arbeitsverhältnissen in der so genannten Gleitzone, auch als Midijobs bekannt, ist monatlich ein Maximalverdienst von bis zu 800 Euro erlaubt. Die Arbeitnehmer haben je nach Einkommen einen reduzierten Beitrag von mindestens elf, höchstens 21 Prozent in die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung einzuzahlen, Arbeitgeber müssen den vollen Anteil entrichten.
 
Sowohl für Mini- als auch Midijobs gilt: das niedrige Einkommen lässt die spätere Rentenanwartschaft gering ausfallen. So erzielt man mit einer 400-Euro-Beschäftigung nach zwanzig Jahren eine monatliche Rente von ungefähr 65,20 Euro, bei freiwilliger Pflichtversicherung erhöht sich dieser Betrag auf 86,40 Euro. Die Experten der Victoria Lebensversicherung empfehlen Minijobbern dennoch, die Versicherungsbeiträge der Arbeitgeber selbst auf den regulären Satz von derzeit 19,9 Prozent aufzustocken: Dann bestehe ein Anspruch auf die Zulagen zur Riester-Rente und auf Leistungen der Gesetzlichen Rentenversicherung.

Mit einem neuen Vorsorgekonzept, das die Victoria Lebensversicherung gemeinsam mit dem Würzburger Verein „Minijobrente e.V.“ entwickelt hat, sollen nun Mini- und Midijobber, die längerfristig für einen Arbeitgeber tätig sind, die Vorteile einer staatlich geförderten betrieblichen oder einer zulagengeförderten privaten Altersvorsorge nutzen können. Künftig können sie in Absprache mit dem Arbeitgeber ihre Arbeitszeit um zwei oder drei Stunden pro Woche erhöhen. Anstelle von zusätzlichem Lohn wird die Extraarbeit stattdessen mit einer Rentenanwartschaft in einer Pensions- oder Unterstützungskasse vergolten. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist die passive Mitgliedschaft des Arbeitgebers im Verein „Minijobrente“, an den die Beiträge abgeführt werden. Das rechnet sich für beide Seiten: der Unternehmer muss für die Mehrarbeit keine weiteren Steuern und Sozialabgaben zahlen, der Arbeitnehmer überschreitet nicht die Verdienstgrenzen einer geringfügigen Beschäftigung und kann die künftige Rente verbessern.

Quelle: Victoria Lebensversicherung, ein Unternehmen der ERGO Versicherungsgruppe

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Ein Kommentar zu Mehr Rente für geringfügig Beschäftigte

  1. Hanno Gurski sagt:

    Es wäre vielleicht ganz nützlich, die nach Anhebung der Verdienstgrenze bei Minijobs auf 450 Euro eventuell geänderten Grundbedingungen zu erläutern . . .
    Gruss
    H. Gurski

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